Anschreiben

 

Das Anschreiben hat das Ziel, den Personalverantwortlichen davon zu überzeugen, Sie zum Vorstellungsgespräch einzuladen. Schildern Sie dem Personalverantwortlichen, was Sie an der Stelle interessiert und warum Sie der oder die Richtige für die Stelle sind.

Die Form

Der Stil ist der eines Geschäftsbriefes. Sie beginnen mit Ihren eigenen Kontaktdaten inklusive Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Darunter lassen Sie zwei Zeilen frei und platzieren dort die Adresse des Empfängers. Achten Sie darauf, den korrekten Ansprechpartner zu nennen. Falls dieser nicht aus der Stellenanzeige hervorgeht, fragen Sie telefonisch nach. Kontrollieren Sie unbedingt die korrekte Schreibweise des Namens. Sorgfalt ist in der gesamten Bewerbung sehr wichtig, denn sie ist eine erste Arbeitsprobe für den Arbeitgeber.

Nach einer Leerzeile platzieren Sie Ort und Datum rechtsbündig. Darauf folgt eine Betreffzeile, in der Sie den Zweck des Schreibens nennen. Die Betreffzeile sollte aussagekräftig sein, etwa "Bewerbung als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Referenz-Nr 12345". Verwenden Sie dabei bestenfalls den Stellentitel, der auch in der Stellenanzeige verwendet wird. Falls in der Stellenanzeige eine Referenznummer genannt wird, sollten Sie diese ebenfalls unbedingt angeben. Auch die Quelle der Stellenanzeige können Sie nennen, um dem Personalverantwortlichen die Einordnung der Bewerbung zu erleichtern, etwa: "Bewerbung als Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Ihre Anzeige auf jobvector.de". Die Betreffzeile schreiben Sie fett, ohne dass Sie "Betreff" oder "betr." davor schreiben.

Das Anschreiben selbst beginnen Sie mir "Sehr geehrte XY" oder "Sehr geehrter XY". Achten Sie darauf, dass Sie den korrekten akademischen Titel Ihres Ansprechpartners wie "Prof." oder "Dr." verwenden.
Nach der Anrede folgt der Bewerbungstext, der mit der Floskel "Mit freundlichen Grüßen" und Ihren Namen beendet wird. Achtung: Nach der Floskel folgt kein Komma! Lassen Sie über Ihrem Namen ein paar Zeilen frei. Dort unterschreiben Sie. Bei einer E-Mail-Bewerbung fügen Sie dort Ihre Unterschrift als Grafik ein. Das Anschreiben sollte eine DIN A 4 Seite nicht überschreiten.

Der Inhalt

Im Text des Anschreibens geht es darum, den Personalverantwortlichen für Sie zu interessieren und ihn davon zu überzeugen, dass Sie die Fähigkeiten besitzen, die für diese Stelle gefordert sind.
Den meisten Bewerbern fällt es schwer, einen guten Anfang für das Anschreiben zu finden. Es ist legitim, mit einem allgemeineren Satz anzufangen, um einen Einstieg zu finden. Vermeiden Sie jedoch inhaltsleere Sätze, wie "Die ausgeschriebene Stelle interessiert mich sehr, weshalb ich mich hiermit bewerben möchte". Ihr Interesse an der Stelle erschließt sich aus der Tatsache, dass Sie sich bewerben. Besser ist, diesen Satz mit einer neuen Information zu verknüpfen, beispielsweise, weshalb Sie sich für die Stelle bewerben, oder weshalb die Stelle Sie anspricht: "Sehr geehrte Frau Meyer, Ihre Stellenanzeige auf jobvector.de hat mich sofort angesprochen, da ich mich in der jüngeren Vergangenheit intensiv mit dem Arbeitsgebiet auseinandergesetzt habe. Im Rahmen meiner Doktorarbeit habe ich an XY geforscht". Wenn Sie vorher bereits telefonischen Kontakt hatten, können Sie im ersten Satz auch darauf verweisen.

Erzählen Sie im Anschreiben nicht einfach Ihren Lebenslauf nach. Zeigen Sie, dass Sie Ihre Stärken kennen! Argumentieren Sie, weshalb Sie für die Stelle geeignet sind. Bringen Sie Ihre stärksten Argumente möglichst früh, um das Interesse des Lesers zu wecken. Analysieren Sie die Stellenanzeige, um herauszufinden, welche Qualifikationen für die Stelle gefordert sind. Dann versuchen Sie, für jede geforderte Qualifikation ein Beispiel zu finden, dass belegt, dass Sie diese Anforderung erfüllen. Schildern Sie dabei konkrete Situationen, in denen Ihre Fähigkeiten Ihnen geholfen haben. Das Anschreiben sollte individuell und spannend sein.

Wenn Sie alle Kompetenzen abgedeckt haben, die Sie erfüllen, überlegen Sie: Welche Ihrer Fähigkeiten könnten darüber hinaus für die ausgeschriebene Stelle wertvoll sein? Bringen Sie ein bis zwei Qualifikationen ein, die in der Anzeige nicht erwähnt werden.
Beschreiben Sie anschließend, was Sie an der Stelle oder dem Unternehmen reizt. Gehen Sie dabei konkret auf das Unternehmen oder die Stelle ein, verwenden Sie keine allgemeinen Aussagen wie "Ich finde es spannend, in einem großen Unternehmen zu arbeiten".

Falls dies in der Stellenanzeige gefordert ist, gehen Sie am Ende auf den frühstmöglichen Eintrittstermin und Ihren Gehaltswunsch ein. Nennen Sie dabei den Bruttojahresverdienst inkl. Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld etc. Es ist üblich, den Gehaltswunsch 10-15% über dem derzeitigen Gehalt anzusetzen. Berufsanfänger können sich im Internet über die üblichen Gehälter in der Branche informieren. Beachten Sie dabei auch die Größe des Unternehmens. Generell gilt: Verkaufen Sie sich nicht unter Wert, aber pokern Sie auch nicht zu hoch. Wer sich nicht sicher ist, kann einen Toleranzbereich angeben und damit Verhandlungsbereitschaft signalisieren.
Sie enden mit einem Abschlusssatz, der etwa auf ein Vorstellungsgespräch verweisen kann.

Die Sprache

  • Formulieren Sie sachlich, präzise und leicht verständlich. Blumige Ausdrucksweise erweckt den Eindruck, als wollten Sie vom fehlenden Inhalt ablenken. Komplizierte Schachtelsätze sind schwierig zu lesen.
  • Verwenden Sie Fremdwörter und Fachjargon in Maßen und nur, wenn Sie sie korrekt einsetzen können
  • Formulieren Sie aussagekräftige Sätze. Vermeiden Sie Floskeln, aber haben Sie keine Angst, die Schlüsselwörter aus der Stellenanzeige aufzugreifen. Viele Personalverantwortliche überfliegen die Bewerbungen zunächst nur, um festzustellen, ob die grundlegenden Qualifikationen vorhanden sind.
  • Formulieren Sie positiv. Sagen Sie, was Sie können und wollen und nicht, was Sie nicht können und wollen
  • Verwenden Sie Indikativ statt Konjunktiv: Relativieren Sie nicht. "Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen" klingt positiver und zuversichtlicher als: "Über ein persönliches Gespräch würde ich mich freuen"
  • Formulieren Sie aktiv statt passiv: "Ich habe mir XY angeeignet" statt "Ich wurde in XY geschult"
  • Formulieren Sie Ihre Sätze selbst, basteln Sie Ihre Bewerbung nicht aus Satzbauteilen diverser Bewerbungsratgeber zusammen. Diese sind nur als Beispiele zu verstehen.
  • Verwenden Sie viele Verben, dadurch gewinnt der Text an Leben: "Ich forsche an ..." statt "Ich arbeite in der Forschung für XY"
  • Zu guter Letzt: Lassen Sie die Bewerbung von einem Freund auf Rechtschreib- Zeichensetzungs- und Grammatikfehler prüfen. Manche Fehler übersieht man selbst leicht.
 
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